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20. April 2018

#wirfuerbio

In der Trockenvergärungsanlage in Tornesch wird aus Bioabfall echte Bioenergie.

GAB Umwelt Service weiht Trockenvergärungsanlage ein und startet mit der Kampagne
#wirfuerbio - Gemeinsam gegen Plastik in der Biotonne

Im Rahmen einer offiziellen Veranstaltung mit Gästen aus Politik und Wirtschaft wurde am 20. April 2018 die Trockenvergärungsanlage der GAB offiziell von Staatssekretär Tobias Goldschmidt eingeweiht. Gleichzeitig gab Goldschmidt auch - stellvertretend für den Schirmherren Dr. Robert Habeck - den Startschuss für die Kampagne #wirfuerbio zur Reduktion von Plastik im Bioabfall.

„Wir möchten die Bürger für das Thema sensibilisieren, informieren und aufklären. Denn im Bioaball steckt sehr viel Energie“, sagt Jens Ohde, Geschäftsführer von GAB Umwelt Service.
„Jährlich werden über 30.000 Tonnen Bioabfall aus dem Kreis Pinneberg und 6.000 Tonnen aus Norderstedt in unserer Bioabfallbehandlungsanlage in bis zu 4.500 Megawattstunden Biostrom verwandelt“, so Ohde weiter. „Damit können wir mehr als 1.000 Vier-Personen-Haushalte ein Jahr lang mit Biostrom versorgen. Die Abwärme der beiden Blockheizkraftwerke beabsichtigen wir, an neu angesiedelte Gewerbebetriebe in unmittelbarer Nachbarschaft zu liefern."

Die Vergärungsanlage ist eine neue Stufe in der gesamten Bioabfallbehandlung, in der ganz am Ende hochwertiger Kompost erzeugt wird. Daher ist die Qualität des Biomülls besonders entscheidend. Plastiktüten bilden noch immer den größten Störstoffanteilim Bioabfall. „In unseren automatisierten und manuellen Sortierprozessen können nicht immer alle Störstoffe aus dem Bioabfall restlos entfernt werden. Deshalb landen auch immer wieder Plastiktüten in dem Material, aus dem wir Bioenergie und Qualitätskompost herstellen“, so Ohde. In der Vorab- Sortierung sind die „kompostierbaren Plastiktüten“ zudem nicht von konventionellen Plastiktüten zu unterscheiden. Wertvolles organisches Material geht dann verloren, wenn Bioabfall in zugeknoteten Plastiktüten komplett aussortiert werden muss. Damit wird ein eigentlich 100 Prozent biologischer und verlustfreier Energiekreislauf maßgeblich gestört, denn (auch) aus („kompostierbaren“) Plastiktüten wird weder Bioenergie noch Qualitätskompost*.

In Mikroplastikzerfallen, können die Tüten nicht mehr aus dem Rohkompost getrennt werden und landen so auf den Äckern, werden ins Grundwasser gespült und gelangen damit unweigerlich in unsere Nahrungskette. „Zusätzlich behindern die Plastiktüten auch die Nutzung des Bioabfalls als Energieträger, denn die Tüten zerschmelzen in der Vergärungsstufe und können dabei unserer Anlage Schaden zufügen“, sagt Jens Ohde.

* Auch „kompostierbare Plastiktüten“ dürfen einen Anteil „Erdöl“ enthalten, der sich zwar zersetzt, aber nicht biologisch abgebaut wird. Diese Tüten erfüllen die Euro-Norm, wenn sich nach 12 Wochen 90% der Tüte in Teile zersetzt hat, die kleiner als 2 Millimeter sind und wenn nach 6 Monaten 90% der Tüte biologisch abgebaut sind. Diese Zeiten überschreiten aber deutlich die Produktionszeiten in unseren Anlagen. In der Sortierung im Vorfeld der Kompostierung sind diese Tüten außerdem nicht von konventionellen Plastiktüten zu unterscheiden.

 

 

#wirfuerbio

Erstmalig realisieren 23 Abfallwirtschaftsbetriebe aus Schleswig-Holstein, Niedersachen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam eine große Informations- und Aufklärungskampagne, um die Plastiktüte und die „kompostierbare Plastiktüte“ aus den Biotonnen zu verbannen.

Das offizielle Pressekit steht zum Download bereit auf www.wirfuerbio.de

 

Mehr Informationen unter: wirfuerbio.de | facebook.com/wirfuerbio.de

 

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 Fotos: schweitzer media gmbh

 

Pressekontakt:

Kristina Engels, GAB Umwelt Service, Tel: 04120 709-139, engels@gab-umweltservice.de

Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung mbH

Bundesstraße 301 | 24595 Kummerfeld