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11. September 2018

Mit Samenbomben und Ökostrom zu mehr Nachhaltigkeit: Zehn Kitas aus Südholstein erhalten KITA21-Auszeichnung

Am 11. September wurden in der Drostei in Pinneberg zehn Kitas aus Südholstein für ihre vorbildliche Bildungsarbeit zu zukunftsbedeutsamen Themen wie „Wo kommt unser Essen her“, „NATURerLEBEN“ oder „Wasser als kostbares Gut schätzen lernen“ als KITA21 ausgezeichnet. Oliver Stolz, Landrat des Kreises Pinneberg, und Christine Mesek, Verbandsvorsteherin des AZV Südholstein, überreichten die KITA21-Urkunden an die sichtlich stolzen pädagogischen Fachkräfte und Kita-Leitungen. Bereits zum sechsten Mal erhalten Kitas aus Südholstein die Auszeichnung für ihr besonderes Engagement in der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung, die von der S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung in Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg, dem schleswig-holsteinischen Sozialministerium und dem Energiewendeministerium im Rahmen des Projektes „KITA21 – Die Klimaretter“ verliehen wird.

Neben der Würdigung der Einrichtungen ging es in der diesjährigen Auszeichnungsveranstaltung insbesondere um die Wirkung der Bildungsinitiative. Unter dem Motto „Vom Projekt zur Struktur“ diskutierten die Projektverantwortlichen und -förderer gemeinsam mit einer Kita-Vertreterin und der Landtagsabgeordneten Barbara Ostmeier, welche Veränderungen die Beteiligung der Kitas im Hinblick auf ein umweltbewusstes und zukunftsfähiges Handeln leistet und inwieweit eine Verankerung des Bildungsansatzes in den Strukturen erreicht werden kann. Denn das Projekt „KITA21 – Die Klimaretter“ versteht sich auch als Beitrag zum UNESCO-Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, für dessen nationale Umsetzung das Bundesbildungsministerium die Federführung übernommen hat und das darauf abzielt, den Bildungsansatz in allen Bildungsbereichen – von der Kita, über Schule, Hochschule und berufliche Bildung, bis hin zur nonformalen Bildung – zu verankern.

Dass über die Beteiligung an den „Klimarettern“ in der Regel über die Umsetzung eines Bildungsprojektes hinaus weit mehr in Gang gesetzt wird, zeigen die ausgezeichneten Einrichtungen sehr eindrücklich. So warb das Kinderhaus Leege beispielsweise vor einem Geschäft in Norderstedt für weniger Plastik beim Einkauf, die Kita „Ich und du“ aus Flintbek eröffnete einen öffentlichen Bienen- und Insektengarten mit Infotafel vor dem Rathaus und die Kita Stephanskirche in Schenefeld richtete eine regelmäßig stattfindende Kleidertauschbörse für Eltern ein.

„Die Auseinandersetzung mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten verändert fast zwangsläufig das eigene Handeln“, erläuterte Birte Koch-Behrend, Leiterin der DRK Kita Hetlingen, „bei uns in der Einrichtung ist ein gewisses Umweltbewusstsein und die Bereitschaft sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen sowie sich im Bereich Bildung für eine nachhaltige Entwicklung weiterzubilden inzwischen zu einem Einstellungskriterium geworden“. Mit diesem Verantwortungsbewusstsein für eine zukunftsfähige Entwicklung steht Koch-Behrend nicht allein. In den vergangenen Jahren hat sie gemeinsam mit drei weiteren Leitungskolleginnen und mit Unterstützung der S.O.F. eine Richtlinie für eine nachhaltige Bewirtschaftung und Beschaffung entwickelt, die inzwischen für alle 17 Einrichtungen des DRK Verbandes Pinneberg gilt. Ein Vorzeigeprojekt im Kita-Träger- und Verbandswesen.

Und die Klimaretter haben in Schleswig-Holstein noch mehr bewirkt: „Das Engagement der Einrichtungen und die tollen Beispiele finden immer mehr Nachahmer“, erklärte Ralf Thielebein, Geschäftsführer der S.O.F., der für die inhaltliche Umsetzung der Bildungsinitiative verantwortlich ist. „Im letzten Jahr konnten wir die Klimaretter durch eine finanzielle Unterstützung der Buhck-Stiftung auch auf den Kreis Herzogtum Lauenburg ausweiten und in diesem Jahr haben wir in Kooperation mit dem Sozialministerium und der Deutschen UNESCO Kommission eine landesweite Fachveranstaltung für Kitas in Kiel durchführen können. Darüber hinaus haben wir den Auftrag erhalten, eine Broschüre zu Bildung für eine nachhaltige Entwicklung für Kitas zu gestalten, die vom Sozialministerium dann an alle 1.700 Kitas in Schleswig-Holstein verteilt wird“, berichtete Thielebein weiter.

Einig war sich die Gesprächsrunde auch darin, dass die Klimaretter in Schleswig-Holstein weitergeführt werden sollten. „Wir arbeiten schon länger an einem Konzept zur Ausweitung der Klimaretter auf ganz Schleswig-Holstein“, so Jens Ohde, Geschäftsführer der GAB Umwelt Service, der auch die Projektleitung für die Klimaretter innehat. „Wir hoffen, dass wir die schleswig-holsteinischen Kommunalunternehmen für eine Unterstützung und die weitere Verbreitung der Klimaretter gewinnen können. Denn es geht um unsere Kinder und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass KITA21 für kommunale Unternehmen und Organisationen zudem eine hervorragende Gelegenheit ist, sich für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu engagieren.“

www.klimaretter-sh.de