Vergärungsanlage

Daten und Fakten:

  • Die Gesamtkapazität der Anlage umfasst 40.000 Tonnen/Jahr 
  • Die aktuell verarbeitete Menge umfasst ca. 33.000 Megagramm pro Jahr
  • Stromproduktion: ca. 4.900 MWh/a
  • Wärmeproduktion: ca. 4.000 MWh/a

In der bestehenden Kompostierungsanlage wird der Biomüll im ersten Schritt in der Bioabfallaufbereitung von Störstoffen befreit. Dies erfolgt durch Siebung und händische Sortierung. Die aufbereitete Bioabfallfraktion wird dann über Förderbänder in die Rottetunnel gefahren und dort hygienisiert (14 Tage bei 70 Grad) und kompostiert. In der Kompostaufbereitung wird der Kompost dann durch Absiebung zu gütegesichertem Kompost für die Landwirtschaft konfektioniert.

Mit Inbetriebnahme der Vergärungsanlage wird nun nach der Aufbereitung der Bioabfälle ein Teilstrom der Bioabfallfeinfraktion (von 0 – 80 mm) einer Vergärung zugeführt. Dieser macht ca. 50-70% der Gesamtmenge aus. Bei dieser Bioabfallfeinfraktion handelt es sich in erster Linie um Küchenabfälle.

Der bei der Vergärung entstehende Gärrest wird mechanisch entwässert und zusammen mit der restlichen, störstoffbefreiten Bioabfallfraktion der bestehenden Tunnelkompostierung zugeführt.

Der Fermenter, in dem die Vergärung stattfindet, wird über eine Eintragsschnecke kontinuierlich mit Bioabfall befüllt. Zusätzlich wird Anmaischwasser (Rezirkulat aus der Gärrestentwässerung) und Sickerwasser aus der Kompostierung hinzugefügt, um die Masse anzuimpfen und den optimalen Feststoffgehalt einzustellen.

Das Restwasser, der Flüssiggärrest, geht als RAL-zertifizierter Flüssigdünger an die Landwirtschaft. Die Lagerung des Flüssiggärrestes erfolgt in einem Zwischenspeicher. Sollte nicht der gesamte Flüssiggärrest vermarktet werden können, so erfolgt die Entsorgung über die Verbrennung. Die Flüssigphase gelangt über ein unterirdisches Rohrsystem ins Müllheizkraftwerk (MHKW). Hierbei handelt es sich um das Alleinstellungsmerkmal der Anlage.

Die Hallen- und Rotteabluft der Anlage wird über Biowäscher und Biofilter gereinigt. Durch den verbesserten biologischen Abbau des Materials in der anaeroben Vergärung (Trockenvergärung) ist insgesamt mit weniger flüchtigen Substanzen in der Nachrotte zu rechnen als derzeit, so dass die Geruchsbelastung der Rotteabluft sich eher reduziert.

Der geruchsträchtige Anteil (Küchenabfälle) wird im Fermenter genutzt und kann dort nicht entweichen.

Die Gesamtkapazität der Anlage beträgt 40.000 Mg/Jahr (40 Tausend Tonnen/Jahr).

Diese Mengen wurden schon immer am Standort angeliefert, mussten aber teilweise an andere Standorte umgeleitet werden.

Im Rahmen des Genehmigungsantrages wurde eine Erweiterung des Abfallschlüsselkataloges beantragt, damit am Markt flexibler akquiriert werden kann. Z.B. Produktionsabfälle aus der Lebensmittelherstellung. Es ist jedoch davon auszugehen dass auch in Zukunft vorwiegend die bisher genehmigten Abfallarten 20 03 01 (Biotonne) und 20 02 01 (Grünabfälle) verarbeitet werden.

Es wird keinen Einsatz von Futterpflanzen wie Mais, Soja, etc. geben.

Die Vergärungsanlage dient dazu, das energetische Potential der Bioabfälle durch anaerobe Prozessführung / Biogasproduktion zu nutzen und somit das Material noch effektiver auszunutzen. Das vorher aufbereitete Biogas wird zur bedarfsgerechten Stromerzeugung in zwei Blockheizkraftwerken verbrannt.

Es wird eine Stromproduktion von ca. 4,7 Mio. kWh/a erwartet. Dies entspricht dem Stromverbrauch von ca. 1.200 Haushalten. Der produzierte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Die erzeugte Abwärme wird unter anderem genutzt um den Fermenter auf der erforderlichen Betriebstemperatur von 55°C zu halten.

Zudem soll das Biogas zukünftig zur bestehenden Fernwärmeerzeugung geleiten werden. Dort wird Biogas anstelle von Erdgas zur Wärmeerzeugung eingesetzt.

Es handelt sich bei dem Strom um CO2-neutral produzierten Strom (grüner Strom).

Zum Schutz der Anwohner wurde eine Schallimmissonsprognose für die Erweiterung der Bioabfallbehandlungsanlage (Müller BBM Bericht Nr. M110188/01, 29.Januar 2014) erstellt.

Dieses Gutachten kommt zu dem Schluss, dass „die von der geplanten Anlage verursachten Geräuschimmissionen an den maßgeblichen Immissionsorten somit als nicht relevant einzustufen („Irrelevanzkriterium“)“ sind. Begründet wird dies damit, dass „der Beurteilungspegel für die Tagzeit den Immissionsrichtwert um mindestens 11 dB unterschreitet; für die Nachtzeit wird der Immissionsrichtwert um mindestens 8 dB unterschritten. Die zulässigen Immissionsanteile für die von den Anlagen und Betriebsvorgängen der Bioabfallbehandlungsanlage der AVBKG verursachten Geräuschimmissionen unterschreiten damit sowohl für die Tagzeit als auch für die Nachtzeit die gültigen Immissionsrichtwerte um mehr als 6 dB.“

Die Anlage wird nach dem aktuellen Stand der Technik mit einem hohen Sicherheitsstandard erreichtet. Gefahren für Mensch und Umwelt sind nahezu ausgeschlossen.

Es gibt keine Risiken durch Gasemission/Explosionsgefahr. Es gibt aber ein umfassendes Sicherheitskonzept.

Da jedoch kein Sauerstoff im Fermenter enthalten ist, ist die Explosionsgefahr = 0.

Sollte es jedoch trotzdem einmal zu einem Gasaustritt kommen, so greift die Sicherheitskette.

Daten & Fakten

Input Vergärungsstufe: Bioabfall

Abfallaufbereitung: Trommelsieb und händische Sortierung

Fermenter

Nutzvolumen: 1950 m³
Verweilzeit: ca. 25 Tage
Gasproduktion: ca. 250 Nm³/h

Gärrestaufbereitung

  • 2 Schneckenpressen (Bellmer Kufferath Akupres AM 625 LS)
  • 2 Dekanterzentrifugen (Alfa Laval Aldec 75)
  • Zuführung der separierten Feststoffe zur Kompostierung: Ca. 13.000 t/a
  • Entsorgung der separierten Flüssigkeit (Zentrat) durch Mitverbrennung im Müllheizkraftwerk: Ca. 9.000 m³
  • Zwischenspeicher für feste Gärreste: Nutzvolumen Ca. 50 m³ / 1 Tag
  • Zwischenspeicher für Zentrat: Nutzvolumen: Ca. 900 m³ / 4 Wochen

Gasspeicher

  • Externer Doppelmembrangasspeicher
  • Nutzvolumen: Ca. 1.500 m³

Gasaufbereitung

  • Gastrocknung mittels Gaskältetrockner
  • Feinentschwefelung mittels zwei Doppelkammeraktivkohlefilter á 2x 1 m³

Gasnutzung: BHKW (2x 2g avus 500plus)

Nennleistung 2x 550 kW

Stromproduktion ca. 4.000 – 4.900 MWh/a
Wärmeproduktion ca. 3.000 – 4.000 MWh/a

Besichtungstermine für Schulklassen

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